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Zu Gast in Russland
Unterkategorie: Praxistipps - weitere: Gastgeschenke

Vorab ...
... was es in diesem neusten Kapitel von NachRussland.de zu lesen gibt. Während sich die anderen Teile mit dem unterwegs-sein in Russland beschäftigen, ist dieser Bereich Informationen zum Aufenthalt vor Ort vorbehalten. Ausführlichere Infos zum Thema Unterbringung gibt es im Buch Russland auf eigene Faust. Alles hier ist von A bis Z geordnet. Für Gastgeschenke findet sich eine eigene Unterseite.

Behinderte
Behindertengerechtes Bauen wird in Russland im öffentlichen Bereich nicht praktiziert. Körperlich Behinderte werden in Russland mit hohen Stufen, engen Türen und holprigen Ein- und Ausstiegen wenig Freude haben. Rollstuhlfahrer werden vor viele kaum lösbare Aufgaben gestellt. In Russland sieht man hauptsächlich deswegen kaum Behinderte auf der Straße, da diese leider gezwungen sind, häufiger zu Hause zu bleiben. Ein Bewusstsein für ein diesbezügliches Problem besteht kaum, weshalb sich hier so schnell nichts ändern dürfte.

Bekleidung
In Russland gibt es natürlich keinen allgemeinen Dresscode. Generell sind Männer im Schnitt legerer und Frauen femininer gekleidet, als in Mitteleuropa. Bekleidungsvorschriften gibt es nur in orthodoxen Kirchen, in denen Frauen Kopftücher und lange Röcke, Männer lange Hosen tragen müssen.

Elektrizität
Die Stromspannung in Russland beträgt 220 Volt. Die russischen Steckdosen schauen denen hierzulande recht ähnlich. Mitteleuropäische Flachstecker passen problemlos in jede hinein. Wenn man nur Flachstecker an seinen Geräten hat, kann man ohne Sorge und Adapter los fahren. Bei Sicherheitssteckern kann es Probleme geben, weil diese manchmal zu dick sind. Hier schaffen die handelsüblichen Reisestecker-Sets stets Abhilfe, da mehrere der enthaltenen Stecker (manchmal Südeuropa oder Fernreise genannt) in die russischen Dosen passen.

Rechts: Film "Russisches Essen" mit den häufigsten Gerichten aus Russland, die Reisenden dort begegnen von russland.TV

Feiertage und Feste

Masleniza - Filmbericht beim russland-Channel von MyVideo.de
Hier nur ein paar kurze Worte zu den wichtigsten Festen. Weihnachten ist in Russland erst am 7. Januar aufgrund des julianischen Kalenders der Orthodoxie. Auch besitzt das Fest keine so zentrale Stellung wie in Mitteleuropa. Es folgt im Jahresverlauf die Masleniza, zu deutsch Butterwoche. Sie beherbergt zwar keinen Feiertag, ist aber eine alte russische Tradition vergleichbar zum deutschen Karneval, aber ohne Kostüme und mit deutlicherem Bezug zum Winteraustrieb (siehe unseren Film). Wesentlich wichtiger als hierzulande ist der Internationale Frauentag am 8. März. Allerdings ist sein Charakter wesentlich unfeministischer und stattdessen darf man ihn sich als Mischung aus Valentinstag und Muttertag vorstellen mit der Bedeutung von beiden zusammen
Am 1. Mai feiert man wie hierzulande den Tag der Arbeit und am 9. Mai den des Sieges über den Faschismus, den Gewinn des 2. Weltkriegs. Der Nationalfeiertag am 12. Juni (Tag Russlands) wird nicht ausführlicher begangen, als in Deutschland. Hierauf folgt eine lange Zeit ohne größere Festtage, auch wenn es in den folgenden Monaten solche Feiern wie die der Nationalflagge gibt. Wichtig wird dann erst wieder das Jahresende. Während am 24.12. nur Ausländer feiern, folgt kurz darauf der Jahreshöhepunkt für die Russen: Silvester und Neujahr. Hier vereinigen sich Elemente aus dem Weihnachtsfest (Baum und Geschenke, überbracht von Väterchen Frost und Enkelin Schneeflöckchen), dem Jahreswechsel mit Feuerwerk und ein wenig Kinderfasching.

Fotografieren und Filmen
Digitalfotografie und Filmen ist in Russland landesweit bis in entfernte Regionen allgemein verbreitet. In mittleren und großen Städten wird man deshalb mit Speicherkartennachschub keine Probleme haben. Gleiches gilt für klassische Filme, da viele Russen ebenfalls noch normale Fotokameras benutzen. Die meiste Ware stammt von den auch im Westen bekannten Herstellern, auf Schnäppchenpreise darf man allgemein kaum hoffen.

Filmen und Fotografieren darf man in Russland an den meisten Plätzen. Hier ist vieles anders, als zu Sowjetzeiten. Generell muss man wie im Westen innerhalb privater Einrichtungen um Erlaubnis fragen. Als Tourist wird man diese meist bekommen, nur selten (in einigen Touristenzentren) gegen Bares. Professionelle Filmer, die nach Fernsehen wirken, werden gerne zur Kasse gebeten. Hier ist vieles eine Frage des Auftretens. Mit Stativ zu filmen ist zwar besser, aber das kann das entscheidende sein, warum man nicht als normaler Touri durch geht. Nicht filmen oder fotografieren darf man in Flughäfen, vor militärischen Anlagen oder ohne Erlaubnis des Priesters in orthodoxen Kirchen. Ebenfalls nicht filmen sollte man Miliz im Dienst oder Polizeireviere sowie einzelne Marktstände mit mittelasiatischen Verkäufern. Da diese nicht alle legal in Russland sind, sind sie auf PR oft nicht scharf, auch wenn hier kein echtes Verbot besteht. Offiziell nicht filmen darf man an Bahnhöfen, worauf jedoch kaum geachtet wird, insbesondere in Touristenzentren.

Geld
Im Gegensatz zu manch altem westlichen Vorurteil kann man in Russland fast nirgendwo mehr in Dollar oder Euro bezahlen. Wechsel in Rubel kurz nach der Ankunft tut Not. Das Angebot an Geldautomaten in den verbreiteten Systemen ist in den letzten fünf Jahren stark gestiegen. Bis hinunter zur Kleinstadt wird man irgendwo für seine Visakarte Geld bekommen. Weniger verbreitet ist bis heute der bargeldlose Zahlungsverkehr, außer im gehobenen Touristensegment. überall sonst gilt: Nur Bares ist wahres! Die Ausfuhr von Rubeln ist generell nicht erlaubt, was aber kaum kontrolliert wird. In Notfällen funktioniert bis in Kleinstädte das Barüberweisungssystem Western Union. Nicht ganz so verbreitet sind in Russland Moneygramms, für die man hauptsächlich in Großstädten Partnerbanken findet.

Internet
Internet ist in Russland zwar flächendeckend bis in die Provinz vorhanden, jedoch noch immer nicht so allgemein verbreitet, wie in Mitteleuropa. Außerhalb der großen Metropolen sind immer noch die Mehrzahl der Russen mit dem Modem und Zeittarifen im Netz, DSL oder Flatrates kein Standard. Das gilt nicht mehr für Städte wie Moskau oder Sankt Petersburg, in denen derartige Zugänge schon ebenso selbstverständlich sind wie hierzulande.

Internetcafes sind nur in großen Städten bekannt und nur in Moskau und Sankt Petersburg so verbreitet, wie in westlichen Innenstädten. Standart ist hier eine englisch-kyrillische Hybridtastatur (siehe links Modell von Apple), mit der man problemlos in beiden Schriften eingeben kann.

Ebenfalls bereits in Russland erhältlich sind UMTS-Sticks für mobiles surfen oder auch nur entsprechende SIM-Karten für den eigenen Stick oder das eugebe Smart-Phone. UMTS-Zugänge sind außerhalb von Metropolen jedoch selten und man ist woanders recht langsam via GPRS oder EDGE unterwegs.

Post
Die russischen Postämter sind von außen nicht immer so gut zu erkennen. Die Kultur großer, deutlicher Schilder ist noch nicht so verbreitet wie im Westen. Irgendwo wird an jeder Post aber ein Schild hängen. Das Porto ist noch etwas günstiger als in Mitteleuropa, die Beförderungsdauer wesentlich länger und die Sicherheit vor Diebstählen niedriger.

Sprache und Schrift

Der Russisch-Riegel - Hilfsmittel für Russisch-unkundige Russlandreisende
Bereits im Kapitel Auto wurde es festgestellt: Praktische Fremdsprachenkenntnisse trifft man auf dem flachen Land in Russland selten an. Selbst in den Großmetropolen sind sie beim Fahrkartenverkäufer in Bahnhof oder Metro oder im Postamt die große Ausnahme. Ein paar Brocken Russisch sind hier die beste Hilfe.

Außer in Millionenstädten trifft man alternative Beschriftungen in lateinischen Buchstaben ebenfalls so gut wie nie an. übrigens können alle Russen sie dennoch lesen. Nicht zuletzt ist die Mehrheit der westlichen Markennamen auf dem russischen Markt in lateinischer Schrift anzutreffen. Wo die kyrillische Schrift nicht vorhanden ist, behelfen sich Russen z.T. mit einem lateinisierten Hilfsrussisch.

Ebenso ist es übrigens für den Mitteleuropäer sehr einfach, die kyrillische Schrift zu lernen. Sie hat ungefähr genauso viele Buchstaben wie die lateinische und die Laute sind eindeutig zuordenbar, vor allem mit deutscher Muttersprache.

Telefonieren
Für die meisten Telefonzellen vor allem in Großstädten benötigt man Telefonkarten, die man am Kiosk bekommt. Festnetz/Telefonieren im Land ist in Russland nicht allzu teuer, Auslandsgespräche jedoch wesentlich teurer als im Westen.

Das eigene Handy von daheim funktioniert in Russland bei Vertragsgeräten einwandfrei. Netz gibt es bis in Kleinstädte. Jeder große deutsche Anbieter hat seine dortigen Roomingpartner und die Mobilfunkriesen der Russischen Föderation decken außer nahezu unbewohnten Gegenden in Sibirien sehr viel ab. Billig ist es nicht, vor Ort das mitgebrachte Handy zu benutzen, es gelten ja die Tarife außerhalb der Europäischen Union! Wer länger im Land ist und viel telefonieren muss, sollte sich überlegen, ob er sich ein preisgünstiges Prepaid-Handy von einem russischen Anbieter zulegt oder eine entsprechende Karte, wenn das eigene Handy kein Simlock hat. Zu beachten ist dabei, dass bei einigen Karten außerhalb der Erwerbsregion (= Oblast/Republik) eine innerrussische Roominggebühr fällig wird.
Ein westliches Prepaid-Handy kann eventuell nicht einwandfrei funktionieren, wenn der eigenen Anbieter Gespräche aus dem Ausland blockt. Manchmal sind Prepaid-Handys im außereuropäischen Ausland nur für SMS und Notrufe freigeschalten. Am besten den eigenen Anbieter fragen.


Freizeitparks in Russland - hier lässt sich ebenfalls Zeit mit Gastgebern verbringen, ein ähnliches Modell gibt es in fast jeder Großstadt ab etwa 500.000 Einwohnern

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