Persönlichkeiten der Schweinfurter Jusos 1990-1999

Am Ende des Abschnitts über die Jusos Schweinfurt möchte ich kurz auf die wichtigsten Personen eingehen, die die zuvor geschilderte Juso-Arbeit in den 90er Jahren entscheidend mitgeprägt haben.

In der Aufbauphase 1990-92 war ein Vorstandsduo bestimmend, das seine gesamte Amtszeit über die Posten des Juso-Unterbezirksvorsitzenden sowie dessen Stellvertreterin inne hatte: Wolfgang Völker, von Beruf Diplom-Braumeister, der 1992 aus Altergründen aus dem Amt schied sowie die heute 33jährige Michaela Saß aus Wirmsthal. Beide gelten als Begründer der kleinen Vorstände und der jugendnahen Wahl der Veranstaltungsorte.

Ein ähnliches Duo bildeten im Kreisverband Schweinfurt-Stadt 1991 bis 1997 Roland Bathon (heute 28, Dipl.-Verwaltungswirt (FH)) und Eva Wichtermann (heute 27, Krankenschwester). Sie leiteten unter anderem die Juso-Aktionen in den Wahlkämpfen 1992 (Oberbürgermeister) und 1996 (Stadtrat Schweinfurt). Bathon war darüberhinaus 1995 bis 1996 Mitglied des Bayerischen Juso-Landesausschusses und 1997 bis 1998 Juso-Unterbezirksvorsitzender und als solcher Leiter des umstrittenen Jugendwahlkampfes für die Land- und Bezirkstagswahlen 1998. Eva Wichtermann ist die Enkelin des ehemaligen SPD-Oberbürgermeisters Georg Wichtermann und nutzte als solche aktiv ihre privaten Verbindungen zum Nutzen der Jusos. Das Team verfügte über die vielen Jahre seiner Amtszeit über eine eingespielte Arbeitsteilung. Während Roland Bathon die Organisationsarbeiten bei Jusos übernahm, pflegte Eva Wichtermann das Verhältnis zu den "Parteioberen".

Aus der Schülergruppen-Generation 1993 und 1994 stammen drei Aktive, die 1998 als Kandidaten bei den Landtags- und Bezirkstagswahlen antraten. Sabine Rautert (21, Studentin der Betriebswirtschaft) machte Schlagzeilen, da sie die Jüngste aller für die Landtagswahlen angetretenen Kandidaten war. Die ehemalige Schülerin des Olympia-Morata-Gymnasiums hatte deshalb trotz eines hinteren Listenplatzes zahlreiche öffentliche Auftritte und auch überregionale Interviewtermine beim Bayerischen Fernsehen und der Süddeutschen Zeitung. Seit 1996 ist sie stellvertretende Juso-Unterbezirksvorsitzende.

Bereits überregional aktiv ist Kathrin Stark eine weitere ehemalige OMG-Schülerin (21, Studentin der Geographie), die seit 1995 stellvertretende Juso-Bezirksvorsitzende von Unterfranken ist. Auch sie kandidierte 1996 für den Bayerischen Landtag und war nach Sabine Rautert die zweitjüngste auf der SPD-Liste. Im September 1998 wurde sie zur Juso-Unterbezirksvorsitzenden gewählt.

Ein ähnliches Duo wie die beiden oben beschriebenen bildete mit Kathrin Stark der seit 1995 amtierende Juso-Bezirksvorsitzende von Unterfranken, Christian Wölfel (22, Jura-Student). Christian Wölfel ist Mitglied des Kreistags im Landkreis Schweinfurt und kandidierte 1996 für den Unterfränkischen Bezirkstag als SPD-Direktkandidat für den Wahlkreis Schweinfurt-Süd.

Christian Wölfel war auch erster Sprecher der Schweinfurter-Juso-Schüler/innen-Gruppe. Die mit ihm gleichberechtigte Sprecherin Sabine Rink (21, Studentin) ist ein typisches Beispiel für den Verlust eines wichtigen aktiven Mitglieds. Die Sprecherin und Integrationsfigur der Juso-Schüler/innen Gruppe und stellvertretende Juso-Unterbezirksvorsitzende (1993-1995), wechselte sie 1996 infolge des Beginns ihres Studiums ihren Wohnort nach Regensburg und ging somit für die Juso-Arbeit komplett verloren. Außerdem war sie 1993 die erste gewählte Juso-Funktionsträgerin ohne Mitgliedschaft in der Partei.

Abschließend muß noch meine zweite Interviewpartnerin Nicoletta Rüth erwähnt werden, die dem Juso-Unterbezirksvorstand 1993-1997 angehört, davon zwei Jahre als Unterbezirksvorsitzende. Nicoletta Rüth arbeitet hauptberuflich als Justizbeamtin beim Landgericht Schweinfurt und ist 27 Jahre alt.

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