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Die Gestalten der russischen Märchen stammen zu einem großen Teil auf der vorchristlichen slawischen Mythologie. Götter wurden bei den Slawen in vorchristlicher Zeit fast ausschließlich in der Natur verehrt und so naturverbunden sind auch die immer wiederkehrenden Charaktäre in russischen Märchen. Tiefer sind diese Personen beschrieben, als man es von Gestalten aus mitteleuropäischen Märchen kennt und anders als Rotkäppchen, Dornröschen oder oder dem gestiefelten Kater tauchen sie alle in einer ganzen Reihe von Märchen auf.

Baba Jaga
Baba Jaga ist in russischen Märchen stehts eine böse alte Hexe mit knochigen Beinen, die in einer Hätte wohnt, die auf zwei Hähnerbeinen lebt. Zum einen wirkt sie bedrohlich und lebt in einigen Märchen auch von Kinderfleisch, in anderen kommt jedoch auch zum Ausdruck, dass sie ein Hort großen Wissens ist, mit dem sie in guter Laune sogar weiter hilft.

Solche Koseformen sind in Russland allgemein sehr verbreitet, fast niemand wird von Freunden mit dem vollen Namen angesprochen. Sogar fär diese Gestalt ist so eine Bezeichnung nicht außergewöhnlich, die der bösen Hexe aus Grimmschen Märchen nicht so unähnlich ist. Den Ursprung der Baba Jaga sehen Mythenforscher in der slawischen Waldfrau, die zwar nicht zwangsläufig alt oder böse, aber unberechenbar und gefährlich ist. Durch die Christianisiertung wurde Baba Jaga und ihre Rolle in äberlieferten Geschichten wahrscheinlich abgewertet, ihr vorher wohl anderes Bild näherte sich der bösen Hexe an und verschmolz teilweise. In der Musik wurde Baba Jaga äbrigens in Mussorgskys Meisterwerk Bilder einer Ausstellung verewigt. Baba ist im russischen die Bezeichnung fär eine Großmutter oder ältere Frau (nach anderen Deutungen: Weib), Jaga ist die Koseform des Namens Jadwiga. Baba Jaga auf Märchen.ru: Froschkönigin, Baba Jaga, Wilde Schwäne, Filipka , Maria Morewna, Schneeflöckchen (nach Chudjakow) - Baba Jaga im Film: Der Hirsch mit dem goldenen Geweih, Väterchen Frost, Abenteuer im Zauberwald

Väterchen Frost
Die Rolle von Väterchen Frost (russische: Ded Moros) hat sich in der russischen Geschichte ähnlich wie die von Baba Jaga mehrmals komplett gewandelt, wenn auch später. Was mancher Russe nicht weiß - urspränglich war Väterchen Frost wirklich so etwas wie die sagenhafte Personifizierung des Winters. Also genau das, was der Russland-unkundige Mitteleuropäer vermuten wärde.

Wer schon ein paarmal in Russland war weiß, dass Väterchen Frost in Russland ähnlich wie Christkind und Weihnachtsmann zum Jahresende Geschenke bringt und dem letzteren von Jahr zu Jahr ähnlicher wird. Wie kommt es dazu ? Urspränglich brachte zum russischen Weihnachten der Nikolaus die Geschenke. Als die Kommunisten die Macht errangen, war ihnen dieser wie alle aus dem Christentum stammenden Volksbräuche ein Dorn im Auge. Und so nutzten sie in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts ihre Macht.

Der Nikolaus wurde als Geschenkebringer also einfach von einer alten Mythengestalt abgelöst, der Geschenketag auf Neujahr verlagert. Dies setzte sich durch und ist noch heute so. Nachdem das neue Russland ab Anfang der 90er zwangsläufig an Weihnachten unter die Knute Hollywoods fiel, änderte sich jedoch das traditionelle Väterchen - dieses mal statt von Job vom Erscheinungsbild - und wurde dem US-Santa Clause immer ähnlicher. Der eisgraue Pelzmantel wird oft rot, aus schlittenziehenden Schimmeln werden Rentiere und so mancher unkundige Schreiberling setzt das Väterchen wieder mit dem Nikolaus gleich, den er doch verdrängen sollte.

In russischen Märchen spielt Ded Moros aufgrund deren Alters noch seine traditionelle Rolle und wird auch in sowjetischen Märchenfilmen so dargestellt. Im musikalischen Bereich ist er mehr Thema als Geschenkebringer in modernen russischen Weihnachtsliedern. Im neuen Russland wohnt er äbrigens in einer Kleinstadt, die gut vom hierdurch entstandenen Tourismus lebt. Baba ist im russischen die Bezeichnung fär eine Großmutter oder ältere Frau (nach anderen Deutungen: Weib), Jaga ist die Koseform des Namens Jadwiga. Väterchen Frost auf Märchen.ru: Väterchen Frost - Väterchen Frost im Film: Väterchen Frost, Abenteuer im Zauberwald

Schneeflöckchen
Schneeflöcken (russisch: Snegurotschka) ist eine russische Märchengestalt, die ebenfalls eine Bedeutung besitzt, die mittlerweile weit äber das ursprängliche Märchen hinaus geht.

Als in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts der Nikolaus von den Kommunisten als Geschenkebringer vom Väterchen Frost ersetzt wurde, benötigte er natärlich eine passende Begleitung. Flugs wurde aus dem Schneeflöckchen, einer anderen Märchengestalt, dessen Enkelin, die ihn auf seinen Geschenktouren begleitete. So wurde das Schneeflöckchen populärer als fast jede andere Märchenfigur und ist jedem russischen Kind ein Begriff.

Auch das Schneeflöckchen hat seinen Einzug in die russische Musik gefunden, in die gleichnamige Oper mit Ballett von Korsakow und ein Stäck von Ostrowski. Schneeflöckchen auf Märchen.ru: Schneeflöckchen (nach Afanasiew), Schneeflöckchen (nach Chudjakow)

Koschej
Koschej (in die lateinische Schrift gerne auch mal Koschtschej, Koschei, Kashchey, Kashchei äbertragen, was daran liegt, das diese Umsetzungen nicht international vereinheitlicht sind) ist eine slawische Mythengestalt, die ebenfalls in russischen Märchen auftaucht. Er ist ein hässlicher alter Mann, der eigentlich unsterblich ist, wenn man nicht seine außerhalb des Körpers aufbewahrte Seele tötet. Auch Koschej wurde in einer Korsakow-Oper verewigt, daneben sogar in Abwandlungen in westlichen Rollen- und Computerspielen - und die Seelenversteckidee bei Harry Potter. Koschei auf Märchen.ru: Froschkönigin, Maria Morewna - Koschej im Film: Feuer, Wasser und Posaunen

Wasilisa
Wasilisa die Weise (russisch: Wasilisa Premudraja, manchmal auch Wasilisa die Schöne genannt) ist eine Figur, die ebenfalls in einer Reihe von russischen Märchen und Sagen auftaucht. Sie ist eine intelligente, sittsame und sehr schöne junge Frau, die die Tochter des mächtigen Zauberers Koschej (s.o.) ist und selbst äber magische Fähigkeiten verfägt. Sie ist allerdings im Gegensatz zum Vater nicht der ´bösen´ Seite zuzurechnen.

In Russland ist sie sehr bekannt, nicht zuletzt weil die Figur in eine Reihe von berähmten sowjetischen Märchenfilmen mitspielt. Der Name Wasilisa ist ein zwar altertämlicher, aber ansonsten nicht außergewöhnlicher Frauenvorname. Wasilisa auf Märchen.ru: Froschkönigin, Wasilisa und der Feuervogel

Feuervogel
Der Feuervogel ist eine mythische Gestalt in Form eines Vogels, der innerlich zu glähen scheint und seinem Besitzer sowohl großes Gläck als auch großes Ungläck bringen kann. Die Federn des Feuervogels strahlen in Gold, Orange und Rot. Bekannt ist der Feuervogel auch aus der Vertonung im Ballett von Igor Strawinsky. Der Feuervogel auf Märchen.ru: Iwan und der graue Wolf, Wasilisa und der Feuervogel

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