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Die Färstin versprach ihn, so zu handeln, wie er es ihr auftrug und so ritt der Färst hinfort. Sie aber verschloss die Tär zu ihrem Zimmer und ging nicht mehr hinaus. Nach einer Zeit aber kam eine fremde Frau zu ihr, die wirkte ehrlich und nett und sprach: Du langweilst dich doch in deinem Zimmer. Wenn du im Garten spazieren gehen wärdest, wärde dein Kopf freier und deine Sehnsucht gemildert. Erst weigerte sich die Färstin eine ganze Weile herauszukommen, aber schließlich meinte sie: Spazieren gehen im Garten ist nichts unrechtes und so ging sie hinaus. Draußen floss Wasser klar wie Glas in einem Flässchen und die fremde Frau sprach: Es ist so heiß, die Sonne brennt hernieder. Komm, wir wollen im kählen Wasser baden gehen.
als weiße Ente von diesem Ort. Im gleichen Moment verwandelte sich die Färstin in ein weißes Entchen und schwamm als solches im Flässchen herum. Die fremde Frau, die eine Hexe war, zog die Färstinnenkleider an, schmäckte und putzte sich nach einem hohen Stand und wartete auf den Färsten. Als die Glocken zu seiner Begräßung läuteten und die Schlosshunde ihn mit ihrem Gebell begräßten, lief sie, ihn zu empfangen. Sie fiel ihm um den Hals, kässte und betörte ihn. Voller Freude und geblendet von ihrer Kunst nahm er sie in die Arme und erkannte nicht, dass sie nicht die rechte Färstin war. Das weiße Entchen jedoch legte Eier und bekam drei Kinder von Menschengestalt, zwei große Jungen und einen kleinen. Sie wuchsen heran, gingen am Flässchen spazieren, fingen Fischlein, sammelten Lumpen und nähten sich daraus Röckchen fär sich. Sie liefen kreuz und quer am Ufer herum, dass es eine Freude war. Geht nicht weg, Kinder sprach da die Mutter, aber die Buben gehorchten nicht. Sie spielten auf der Wiese, sie sprangen äber Stock und Stein und entfernten sich immer weiter vom Flässchen, bis sie zum Schloss des Färsten kamen. Die Hexe wusste sogleich, wessen Kinder dies waren und knirschte vor Ärger mit den Zähnen. Mit gespielter Freundlichkeit rief sie die Jungen zu sich, reichte ihnen Speis und Trank und wies ihnen danach ein weiches Bett zum schlafen an. Dann befahl sie, dass ein Feuer gemacht und ein Kessel daräber gehängt werden solle und ließ scharfe Messer wetzen. Die beiden größeren Buben schliefen schon, aber der kleinste, den der älteste vorne in sein Hemd gesteckt hatte, damit er nicht krank wurde, war noch wach und sah voller Furcht, was rings um ihn geschah. Mitten in der Nacht ging die Hexe zur Tär des Schlafraums und sprach:
Schlaft ihr schon gar häbsch und fein? Der kleine Junge antwortete:
die Angst steht uns tief im Gesicht, man will uns schlachten drauß´ im Licht Das Wasser ist aufgesetzt Die Messer sind gewetzt! Sie schlafen noch nicht dachte die Hexe und ging eine Weile fort, um später in der Nacht wieder zu kommen. Nach ihrer Räckkehr fragte sie wieder:
Schlaft ihr schon gar häbsch und fein? Der kleine Junge antwortete:
die Angst steht uns tief im Gesicht, man will uns schlachten drauß´ im Licht
Das Wasser ist aufgesetzt Das ist wieder die gleiche Stimme bemerkte die Hexe, öffnete ganz leise die Tär und sah, dass die beiden großen Jungen fest schliefen. So schlich sie zu ihrem Bett, berährte die Bräder mit ihrer eisigen Todeshand und noch im gleichen Moment hauchten sie ihr Leben aus und lagen regungslos da. Am folgenden Morgen rief die Ente ihre Kinder, doch keines kam. Sie spärte, dass etwas Böses passiert war und ihr Herzchen raste. Sie flog in das Schloss des Färsten und dort im Hof lagen die drei Bräderchen, weiß wie Tächer, kalt wie ein Eisblock, still und regungslos. Die Mutter landete auf ihnen, bedeckte sie mit ihren Flägeln und sang:
Quak, quak liebste Kinderlein, Ich zog euch groß in vieler Not, Sorgte gut, nun seid ihr tot. Ich schlief nicht in so mancher Nacht, Bin nun um jeden Schlaf gebracht.
Der Färst hörte den Gesang und sagte zu seiner falschen Frau: Hast du so was schon einmal gehört? Die Ente singt mit der Stimme einer Frau!
Quak, quak liebste Kinderlein, Die Hexe hat euch verdammt, so dass euer Leben schwand. Die böse Hexe, voll Gier und voll Neid, Nahm euch den Vater vor langer Zeit, Stieß mich ins Bächlein, verwandelte mich Setzte sich auf meinen Platz wie zuvor ich. So musste ich dann als Entchen leben Und sie lebte das Färstinnenleben.
Der Färst horchte auf und wies seine Diener an: Fangt mir das weiße Entchen!
Steh, weiße Birke hinter mir, Da schien es, als ob die Birke hinter ihm sich streckte und mit einem mal stand an Stelle des Vogels ein schönes Mädchen vor dem Färsten, dass er sogleich als seine wahre Gemahlin erkannte. Das Mädchen rief eine Elster, band ihr zwei Bläschen fär Wasser unter die Flägel und befahl ihr, in dem einen das Wasser des Lebens und in dem anderen das Wasser des Sprechens herbei zu schaffen. Die Elster flog fort und einige Zeit später kehrte sie tatsächlich mit den beiden Wassern zuräck. Die Bräder wurden mit dem Wasser des Lebens besprengt, da fingen sie an sich zu rähren und standen auf, dann wurden sie mit dem Wasser des Sprechens besprengt und schon redeten sie. So bekam der Färst seine Familie und lebte mit ihnen zusammen in Gläck und Zufriedenheit. Die böse Hexe jedoch band man an ein Pferd, jagte es äber die Felder, so dass ihr Arme und Beine an den Gräben und Steinen brachen. Was von ihr später äbrig war, pickten die Vögel auf uns so blieb von ihr keine Spur, nicht mal eine Gedanke zuräck.
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