von russischem Wodka - (Spezialseite: Samagon - selbst gebranntes)
Hersteller
Rechts: Russischer Wodka - hinter den Kulissen beim russland.TV-Channel von MyVideo.de
In Russland gibt es unzählige Wodkabrennereien, von großunternehmen - mittlerweile teilweise in Joint-Venture mit westlichen Spirituosenproduzenten - bis hin zu kleinen Einzel- und Schwarzbrennbetrieben.
Der größte Lieferant für exportierte Wodkas war jahrelang das Konsortium Sojusplodoimport, von dem auch die meistgetrunkensten Wodkamarken der Welt, Moskovskaja und Stolchinaya, ins Ausland geliefert wurden. Seit einem rechtlich sehr undurchsichtigen und auch nachträglich angefochtenen Verkauf 2002 kommen die Marken dieses Konsortiums von zwei sich bekriegenden Konzernen, der russisches Sojusplodoimport und der US-amerikanisches Sojusplodimport. Ein Grund dafür, das russischer Moskovskaya so anders schmeckt, als der aus dem deutschen Supermarkt.
Die Konkurrenz schlief mittlerweile nicht und so exportieren mittlerweile auch andere Hersteller im größeren Umfang nach Deutschland wie die Destillerie Uroschaj ("Parliament", "999,9") oder Livis aus Sankt Petersburg ("Russian Standart"). Die größte russische Destille für Wodka befindet sich im Moskau und heißt Kristall.
Mehr über eine Auswahl einzelner Hersteller und vor allem ihre Produkte auf den Pur- und Aromatisiert-Seiten. über die Herstellung des russischen selbst gebrannten Samagon finden sich hier mehr Infos.
Ursprungsstoffe
Der traditionelle Rohstoff für die russische Wodkaproduktion ist Roggen. Daneben kann auch anderes Getreide oder Kartoffeln Verwendung finden, wobei letztere jedoch (in Russland) verpöhnt ist. Einzelne westliche/exilrussische Sorten basieren auch auf aus Zuckerrüben hergestellter Melasse oder Mais, was jedoch beides eher unüblich ist. Neben Wasser braucht man zur Wodkaherstellung außerdem noch Hefe. Wofür, steht dann gleich im nächsten Abschnitt
Würze und Maische
Die festen Rohmaterialien werden zerkleinert, mit Wasser vermischt und erhitzt, bis sich die in den Rohstoffen gelöste Stärke in Zucker verwandelt. Der dabei entstehende süßliche Brei nennt sich Würze. In diese Würze wird nun Hefe gegeben, um einen Gärungsprozess zu starten, wodurch die alkoholhaltige Maische entsteht, das Ursprungsprodukt für die nun anstehende Destillation.
Destillation und Filtration
Durch mehrfache Destillation wird nun aus der Maische Alkohol gewonnen. Die Maische wird auf etwa 80 Grad erhitzt. Bei dieser Temperatur (genau 78,4 Grad Celsius) siedet der Alkohol, während das Wasser zurückbleibt und so werden automatisch beide Stoffe getrennt. Wer sich für diesen Prozess genauer interessiert, sei hier auf unsere Buchtipps verwiesen.
Im Gegensatz zu anderen Spirituosen, die die bei der Gärung entstandenen Aromastoffe im fertigen Produkt beinhalten, wird das Wodka-Destillat so weit wie möglich gereinigt. Die verbleibenden Aromastoffe der Gärung sind im fertigen Wodka minimal. Die Ausfilterung wird mit Holzkohle durchgeführt, der die Aromastoffe absorbiert - seltener auch mit Milch, Eiweiß oder Keramikfiltern. Am Ende wird das Ganze häufig nochmals papiergefiltert und nach Vermengung mit speziell gereinigtem Wasser (die Qualität des Wassers ist für einen guten Wodka wichtig) ist der pure Wodka fertig. Bei aromatisierten Wodkas werden bestimmte Früchte oder Gewürze in das gereinigte Destillat oder den fertigen Wodka eingelegt und dann wieder herausgenommen. Aromatisierung hat somit nichts mit dem Mischen von Cocktails zu tun. Mehr Infos hierzu, ein original russisches Aromatisierungsrezept und viele Marken aromatisierten russischen Wodkas findet Ihr hier.
Trotz der Minimierung der Aromastoffe in der Filterung schmecken Wodkas übrigens nicht gleich. Neben der Qualität besitzen sie durchaus unterschiedliche Charaktere. Am deutlichsten sind die Unterschiede zwischen Wodkas unterschiedlicher Herkunftsländer, wobei russische Wodkas im Vergleich zu westlichen ausgesprochen viel Charakter besitzen. Welcher Wodka sich hierbei wie von den anderen unterscheidet, auf der Seite mit den Wodkamarken.