nicht nur in Mitteleuropa beliebt - Rezepte: A-I hier klicken, J-R hier klicken, S-Z hier klicken
Auch wenn es mir leid tut, dieses romantische Russlandbild zu zerstören - es ist dort mitnichten so, dass ein traditionsbewusstes russisches Volk sein Nationalgetränk in purer Form verteidigt und alle Mischerei im eigenen Land ächtet oder gar nicht kennt. Im Gegenteil kann man heute selbst in der hintersten Kleinstadt im Ural oder Sibirien am 24 Stunden-Kiosk fertige Wodka-Mischgetränke ebenso kaufen, wie pures oder aromatisiertes Wässerchen.
Man sollte sich als Westler auch nicht so sehr vom Russlandbild aus Fernsehreportagen blenden lassen, die außerhalb von Moskau / Sankt Petersrburg meist in Nomadenzelten oder Einödsdörfern in der Wildnis spielen. Die meisten Russen leben zwar nicht luxuriös, aber auch nicht ganz so.
Otwertka, russ. Wodka-Alkopop
In der Tat erfreuen sich in den letzten Jahren fertig gemixte Wodkamischungen - ja, genau, die bei uns so geschmähten Alkopops (wir bleiben zur Unterscheidung von Cocktails und aromatisierten Wodkas ab sofort bei dieser Bezeichnung) - auch in Russland wachsender Beliebtheit und haben sich in kürzerer Zeit dort weiter ausgebreitet, als McDonalds-Hamburger. Übrigens wird der Wodka in Russland dennoch immer noch öfters pur als gemischt oder gar via Alkopop getrunken. Der Grund dafür ist jedoch nicht nur die Tradition, sondern auch die Finanzen der Bevölkerung, denn gerade Alkopops sind in Russland im Vergleich zum purem Wodka teuer. Zu teuer vor allem für Jugendliche.
Exilrussische Alkopops
Im Gegensatz zum Ursprungsprodukt an sich (siehe Geschichte des Wodkas hier) wurden ja Alkopops mit Wodka nicht in Russland erfunden. Deshalb gibt es von Wodkadestillerien im Westen, wo ohnehin mehr gemischter als purer Wodka getrunken wird, meist ein größeres Sortiment an Alkopops, als von russischen Destillerien.
Einige der westlichen Alkopops stammen von traditionsreichen exilrussischen Marken. Die Tendenz ist aber wegen des schlechten Images der Alkopops in Folge des Missbrauchs durch Jugendliche jedoch aktuell fallend, mit neuen Alkopops v.a. von Traditionsmarken ist nicht mehr zu rechnen und einige gibt es gar nicht mehr. Hier einige Beispiele:
Smirnoff Red Ice (USA) - Wodka-Lemon - 5,6 % Alkohol, Verkauf in 0,33 Liter-Flaschen
Russische Alkopops
In Russland haben nur Großdestillerien / Massenhersteller Alkopops im Angebot. Kleinere Destillerien beschränken ihr Programm meist noch auf pure und aromatisierte Wodkas. Auch wird auf die Verbindung des Alkopops mit einer bekannten Marke weniger Wert gelegt.
Der allergrößte Anteil an den Alkopops haben in der Tat Alkopopsorten mit Wodka, v.a. Mischungen mit Orange- oder anderen Fruchtgeschmäckern. Von verschiedenen Herstellern in Russland erhältlich ist der berühmte "Screwdriver" (Wodka mit Orange), dort oft als Wertaljot (Hubschrauber) oder Otvertka (Schraubenzieher) bezeichnet. Wir kennen zwar keine Statistik, aber da uns diese Fertigmischung von Sankt Petersburg bis in die Ural-Kleinstädte verfolgte (von vielen Herstellern), nehmen wir an, es ist die verbreitetste. Das einzige oft bis in die Provinz erhältliche Alkopop mit anderem Hochprozentigen ist übrigens der legendäre Gin Tonic, teilweise leichter zu bekommen, als Tonic ohne Gin. Die meisten russischen Alkopops haben Alkoholgehalte um die 10 %.
Russische Alkopops werden im Gegensatz zu mitteleuropäischen meist in Getränkedosen verkauft (vereinzelt in PET-Flaschen oder Tetrapacks). Hier eine Auswahl von erwerbbaren Sorten, die Wodka enthalten:
Wertolet, russischer Alkopop mit Wodka (in drei Geschmacksrichtungen und zwei Größen)